Der Gustav-Heinemann-Bürgerpreis
© Deutsches Bundesarchiv
Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger – von Tugenden, die der sozialdemokratische Bundespräsident Gustav W. Heinemann vorgelebt hatte.
Um den besonderen Einsatz für unsere Gesellschaft zu würdigen und zu ehren, verleiht die Sozialdemokratische Partei Deutschlands seit 1977 jährlich den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis. Damit sollen Menschen ermutigt werden, in ihrer Haltung, ganz besonders aber auch in ihren Handlungen, mehr eigenverantwortliche Mitwirkung und Mitbestimmung in unserem Staat zu wagen. Der Bürgerpreis wird jährlich, in zeitlicher Nähe zum 23. Mai, dem Tag der Verkündung des Grundgesetzes, vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Ein 20-köpfiges Kuratorium, das vom SPD-Parteivorstand eingesetzt wird, unterbreitet die Preisvorschläge für die Verleihung. Dem Kuratorium gehören an: Christina Rau (Witwe des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, Enkelin von Gustav Heinemann), Niels Annen (Mitglied des SPD-Parteivorstands), Reinhard Appel (Journalist), Franziska Drohsel (Bundesvorsitzende der Jusos), Helga Grebing (Historikerin), Günter Grunwald (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung a.D.), Peter Heinemann (Jurist, Sohn Gustav Heinemanns), Barbara Hendricks (Schatzmeisterin der SPD, MdB), Antje Huber (Bundesministerin a.D.), Eberhard Jäckel (Historiker), Diether Koch (Heinemann-Biograf), Christel Riemann-Hanewinckel (MdB, Parlamentarische Staatssekretärin a.D.), Karsten Rudolph (MdL NRW und Historiker), Eva Rühmkorf (Landesministerin a.D.), André Schmitz (Staatssekretär für Kultur), Jürgen Schmude (Bundesminister a.D.), Inge Wettig-Danielmeier (ehemalige Schatzmeisterin der SPD), Manfred Wichelhaus (Theologe, Schwiegersohn Gustav Heinemanns) und Brigitte Zypries (MdB, Bundesministerin a.D.), an. Vorsitzender des Kuratoriums ist Henning Scherf (Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen a.D.).
Die Preisträger des vergangenen Jahres sind Bianca Richter aus Reinhardtsdorf-Schöna bei Dresden für ihren Einsatz gegen den alltäglichen Rechtsextremismus und Prof. Dr. Richard Schröder für sein Engagement zur Vollendung der Deutschen Einheit.
Die Preisträger der Vorjahre:
- 1977: Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. für psychisch Kranke, Behinderte und Gefährdete
- 1977: Deutsche Sektion von Amnesty International
- 1977: Kurt Scharf, Altbischof
- 1978: Redaktion von Kennzeichen D
- 1979: Arbeitskreis für das ausländische Kind e.V. und Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstädter Bürger e.V.
- 1980: Heinrich Albertz, Pastor und Politiker
- 1981: Deutsche Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung
- 1982: Egon Bahr, Politiker
- 1983: Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste und Josef Felder
- 1984: Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V. und Major Helmuth Prieß
- 1985: Deutsche Sektion von Greenpeace
- 1986: Käte Strobel, Bundesministerin a.D.
- 1987: Gebrüder von Braunmühl
- 1988: Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten
- 1989: Flüchtlingsbeirat Berlin
- 1990: Friedrich Magirius
- 1991: Marie Schlei Förderverein e.V.
- 1993: Regine Hildebrandt, Politikerin
- 1994: Schwester Monika Hesse, für ihr Engagement für Berliner Obdachlose; Monika Hauser, Gynäkologin und Gründerin von medica mondiale
- 1995: Schüler Helfen Leben, Deutsch-polnische Schulpartnerschaft Carl-von-Ossietzky-Oberschule Berlin-Kreuzberg/Liceum Ogolnoksztalcace Now Sol/Lessing-Gymnasium Hoyerswerde
- 1996: Klaus Staeck, Künstler, und Franziska Hundseder
- 1997: Forum Ziviler Friedensdienst
- 1998: Friedhelm Hengsbach
- 1999: Dr. Hans-Joachim Fliedner, Leiter des Kulturamtes der Stadt Offenburg, a.D.
- 2000: Ulrike Poppe, Bürgerrechtlerin
- 2001: Michael Hugo, Bürgerrechtler, Chemnitz/Weimar
- 2002: Erhard Eppler
- 2003: Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz
- 2004: Lucienne Schmitt und Hans Leyendecker, Journalist
- 2005: Kein Preis verliehen
- 2006: Nicole Lüdeking und Jana Böttner
- 2007: Peter Eigen, Gründer von Transparency International
- 2008: kein Preis verliehen
- 2009: Bianca Richter von der Bürgerinitiative "Demokratie anstiften" in Reinhardtsdorf-Schöna und Richard Schröder
- 2010: Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln
